Ansicht Illenau

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Der Illenauer Friedhof 1

 

Einer der ältesten Waldfriedhöfe Deutschlands

Am östlichen Rande der Stadt Achern, neben der Straße nach Sasbachwalden, liegt in einem Hochwald von über 100 jährigen Eichen der fast vergessene Gottesacker der ehemaligen Großherzoglichen Badischen Heil und Pflegeanstalt Illenau. Schon im letzten Jahrhundert wurde er so beschrieben: "Von Eichen und Tannen umrauscht”, darf er sich wohl zu den schönsten zählen".

Heute ist er ein Waldfriedhof von historischer Bedeutung, der schöner wohl kaum anders zu finden ist. Alte, vor langer Zeit bearbeitete Grabdenkmäler mit interessanten Inschriften erinnern an einen 100 jährigen Zeitablauf, in dem viele hier begrabene Anstaltsinsassen versuchten, aus der geistigen Dunkelheit ans Licht zu gelangen. Berühmte Leute, Ärzte und Patienten von internationalem Rang aus der damaligen, segensreichen Zeit der einstigen großen europäischen Anstalt haben hier ihren Ruheplatz ausgesucht.

Diese Stätte gibt Zeugnis einer Epoche, in der Achern durch die Großherzogliche Heil- und Pflegeanstalt in ganz Europa bekannt war und dadurch zum wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung der Stadt beitrug. Ein weithin bekannter Friedhof, auf dem 2520 ehemalige Kranke der Anstalt, zusammen mit Anstaltspersonal und ihren Angehörigen, liegen.

Arm und Reich liegen hier im Schatten hoher und schöner Bäume begraben. Adelige aus ganz Europa, die in der Anstalt Heilung suchten, fanden in diesem Friedhofsgarten ihre ewige Ruhe.

Nach Eröffnung der Heilanstalt 1842 wurden bis 1858 die Verstorbenen auf dem städtischen Friedhof in Achern beigesetzt. Die Notwendigkeit eines anstaltseigenen Friedhofs in der Nähe der Heilstätte ließ 1857 bis 1858 diesen Waldfriedhof im Lange Forchte Wald, dem heutigen Illenauer Wäldele, entstehen. Zunächst auf 2/3 der heutigen Größe angelegt, dann 1860 schon nach Osten erweitert zu dem über 1 ha großen, verträumten und versteckten Gottesacker. Die kirchliche Einweihung fand 1859 statt.

Nach der Auflösung der Anstalt im Dezember 1940 fanden keine Beerdigungen mehr statt. Erst 1951 durften wieder Angestellte der ehemaligen Anstalt sich einen Grabplatz auf diesem stillen Waldfriedhof aussuchen.

Nach der Betreuung durch die Illenauer Stiftungen von 1940 bis 1956 übernahm 1957 die Stadt Achern den Friedhof. Das große, kunstvoll ausgearbeitete Friedhofstor, ist verankert in 4 schmuckvoll ausgehauenen Sandsteineinfassungen mit schönen Kapitellen. Manche Grabmäler sind in schlichter Form eigenwillige Grabsteine. Meisterwerke in verschiedenen Stil- und Gesteinsarten und Skulpturen aus Carrara-Marmor verleihen den Eindruck eines würdevollen Gottesackers. Neben den schönen, oft merkwürdig gestalteten Grabsteinen und Kreuzen, geben die exotischen Pflanzen aus Amerika, Afrika und Asien, die hohen, pyramidenförmigen, urweltartig anmutenden Bäume diesem abgelegenen Waldfriedhof ein malerisches und stimmungsvolles Aussehen, das viele Friedhofsbesucher zum Verweilen einlädt.

Um diese einmalige Kulturstätte der Nachwelt zu erhalten, wurde der Friedhof mit seinem schmiedeeisernen Tor samt den Grabsteinen, Skulpturen und exotischen Pflanzenbestand 1971 unter Denkmalschutz gestellt.

Nur noch ganz wenige haben das Recht sich auf diesem wunderschönen würdigem Platz in Urnenform beerdigen zu lassen (ewige Ruhezeit).

Originalquelle. Hugo Huber mit freundliche Genehmigung der Stadt und Achern, und Frau Huber.

TM

 

Geschichte Seite 2

 

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